Sehenswürdigkeiten in Deutschland - Motive kreuz und quer zwischen Rügen, Main und München
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Das Schloss Oranienburg bei Berlin
Der Sohn von Henriette von Oranien [mit holländischer Herkunft], der später als 1. König von Preußen und als Friedrich der Erste bekannt wurde, ließ das Schloss seiner Mutter, das diese von ihrem Gatten, dem damaligen Kurfürsten als Geschenk erhalten hatte, zum hervorragensten Schloss der gesamten Mark erneuern. Henriette von Oranien, die als die Namensgeberin des Schlosses bekannt wurde, war eine sozial und politisch sehr engagierte Dame. Mit der Einladung von Siedlern aus ihrer Heimat, die andere landwirtschaftliche Erfahrungen mit sich brachten, entwickelte sich der Anbau von Kartoffeln, Spargel und Ananas.
Die Gärten um das Schloss herum wurden in den heutigen Tagen zu einer wunderschönen Gartenschaulandschaft umstruk- turiert. Dabei stand das Orange der Holländer und des niederländischen Königshauses farblich Pate. Besucher finden in den Gartenanlagen Grachten und kleine Polderlandschaften, die an Henriettes Heimat erinnern sollen. Mit mehr als siebenundzwanzig Hektar Fläche, Blumen-Gartenzimmer und Blumenhallen erinnert diese Traumlandschaft der Mutter des ersten Königs von Preußen, Henriette von Oranien-Nassau, an die Begründerin der Stadt Oranienburg, früher "Oranien-Burgk".
Statue der Henriette von Oranien
Unter der Statue haben die Stadtoberen eine Tafel mit folgender Inschrift platziert: "Der hohen Wiederbegründerin der Stadt Luise Henriette, Kurfürstin von Brandenburg, geborene Prinzessin von Oranien, zum dauernden Gedächtnis - die dankbare Bürgeschaft Oranienburgs 1858."
Auf dem gleichen Denkmal findet der Besucher eine Tafel mit einem Brief von Henriette mit folgendem Inhalt:
"Gnädigster Kurfürst, heute Nacht hatte ich einen gar wundersamen Traum. Ich wandelte durch einen weiten Park, theils von wildem Gehölz bestanden, theils fein gestaltet von
Gärtners Hand. ein Schmetterling flatterte wie närrisch vorbei, aber dann umflog er mich und wies mir den Weg auf lange Gräben hin, die mich erinnerten an die Grachten meiner theuren
Heimat. An ihren Ufern standen prachtvolle Gartenzimmer, darin die Blumen mit Nymphen und Kobolden spielten und gar seltsame Dinge mich ergötzten: Eine klingende Sanduhr etwa und ein riesig Bett, darauf manch Kinder spielten. Alsbald führte mich der Weg hin zu einem Hafen, wo ein Schiff die Segel blähte und Orangen auf dem Wasse schwammen und später sah ich Fontänen aufspritzen und stand vor grünen Hecken, sah Rosen blühen in Vollkommenheit.
Und dann sah ich Dich, mein Gemahl, der die Arme öffnete, um mich zu umfangen".